Harz Wandertipp: Mystik-Tour durch die Thekenberge

Gläserner Mönch

Die Thekenberge mit dem urigen Sandsteinfelsen Gläserner Mönch südlich von Halberstadt sind für viele Harz Wanderer ein Geheimtipp. Schmale Pfade führen durch den mystischen, geheimnisvollen Mischwald mit hohen Buchen, knorrigen Kiefern und Ausblicken ins Harzvorland.

Wandern zu Kultstätten und verborgenen Schätzen

Gut 6 Kilometer lang ist die Wanderung durch die Thekenberge mit Startpunkt an der Gedenkstätte Langenstein-Zwieberge. Sie führt vorbei an verborgenen Schätzen, früheren Kultstätten und wird teilweise durchaus abenteuerlich, wenn sich die Wege direkt an steilen Abhängen entlang schlängeln. Das kleine Waldstück hat es in sich, was man gar nicht so vermuten würde. Und da die Ausschilderung recht überschaubar ist, kann die Wanderung sich durchaus auch unfreiwillig verlängern. Doch die wunderschöne Landschaft, der herrliche Mischwald und das stetige auf und ab machen auch Umwege zum Erlebnis.

Ein tolles Waldgebiet auch für eine Wanderung mit Hund

Entlang des Weges geht es vorbei an den Krähenhüttenfelsen, wo eine alt germanische Opferstätte vermutet wird. Die Ritzungen im Sandsteinfels werden dieser Zeit zugeordnet. Faszinierend sind die angelegten Wege, die teilweise über eine in den Fels gehauene Treppe führen. Weiter geht es zu den Steinkuhlen mit einem tollen Blick über den Harz. Auch die Fuchsklippen werden als Kultstätte dem Gott Forsetti zugeordnet, dem Gott für Recht und Gesetz der nordischen Mythologie. Von hier aus erstreckt sich der Blick nach Langenstein, wo es übrigens auch Höhlenwohnungen zu entdecken gibt. Über den Aussichtspunkt Kalte Warte erreichen wir den Gläsernen Mönch.

Fuchs-Klippe

Die eindrucksvolle Felsklippe erinnert an das Elbsandsteingebirge und von ihrem Aussichtspunkt aus fasziniert ein weiter Blick über das Harzvorland. Der Gläserne Mönch ist eine Fundstätte zahlreicher prähistorischer Gerätschaften und Höckergräber. Hier befindet sich auch eine Sonderstempelstelle der Harzer Wandernadel für die Kultur- und Wanderstempeltour „Im Schatten der Hexen“. Katrin Hotowetz beschreibt in ihrer Romanreihe History und Mystery des Harzes mit Einbindung von Originalschauplätzen. Mit einem Sonderstempelheft des Geistmühle Verlags sind 111 Schauplätze der Bücher zu erwandern, zu denen der Gläserne Mönch gehört.
Die Wanderung führt nun über eine lange Treppe mit 169 Stufen hinab zum ehemaligen Landhaus an den Thekenbergen. In der Nähe befindet sich noch der Dornstein mit Dornfeld, der einen Abstecher wert sein könnte. Am Fuße der Thekenberge geht es zurück zum Ausgangspunkt.

Mystische Pfade

Wichtig: Die Route ist nicht für Kinderwagen geeignet und generell sollten Kinder im Auge behalten werden, da der Südhang der Thekenberge steil abfällt.

Sowohl an den Ruinen des Landhauses als auch auf dem Weg zur Gedenkstätte erinnern Schautafeln an die dunkle Geschichte dieses Ortes. Das KZ Langenstein-Zwieberge war ein Außenlager des KZ Buchenwald. Zwangsarbeiter trieben hier für das Kommando „Malachit“ ein unterirdisches Stollensystem für die Nationalsozialisten in die Berge. Bei einer Wanderung sind auch noch Zäune und Absperrungen der Bergwerke zu sehen. In der Gedenkstätte Langenstein-Zwieberge wird die Geschichte informativ und bewegend aufbereitet.

Weitere Informationen:
gedenkstaette-langenstein.sachsen-anhalt.de

Pilgern im Harz

Abstieg zum ehemaligen Landhaus

Entlang der Thekenberge führt auch der Pilgerweg St. Jakobus, der 370 Kilometer durch Sachsen-Anhalt führt und die Dome, Kirchen und Gotteshäuser des Landes verbindet. Der Harzer KlosterWanderweg verbindet ebenfalls auf 94 Kilometern die Klöster zwischen Quedlinburg und Goslar. Pilgertouristen im Harz werden durchaus fündig und können auf den ruhigen, wenig frequentierten Wegen Stille genießen und zu sich finden.