Im Hebst zur Hirschbrunft im Harz, der Paarungszeit des eindrucksvollen Rotwildes, warten besondere Natuererlebnisse auf die Harzurlauber. Mit bis zu 1,30 Meter Schulterhöhe, gut 150 bis 220 kg Körpergewicht und einem bis zu einem Meter langen und bis zu 9 Kilo schwerem Geweih trägt der Hirsch zu Recht den Beinamen „König des Waldes“. Die stolzen, jedoch scheuen Tiere sind selten zu sehen, in der zur Hirschbrunft dafür umso besser zu hören. In Braunlage und im Nationalpark Harz gibt es in dieser Zeit geführte Wanderungen als Hirschbrunft-Erlebnis.

Hirschbrunft im Harz erleben
Anfang/Mitte September beginnt die Paarungszeit der Rothirsche, auch Brunftzeit genannt. Fünf bis sechs Wochen lang buhlen die Hirsche um die Gunst der Hirschkühe, schrecken mit ihrem lauten Röhren Nebenbuhler ab oder begeben sich in einen spektakulären Kampf um die Hoheit des Rudels. Denn nur der Platzhirsch, der sich gegenüber den anderen durchgesezt hat, darf die Paarung mit den Hirschkühen seines Rudels vollziehen.
Diese Wochen sind für die Hirsche enorm anstrengend und kräftezehrend. Sie legen zwischen zehn und 30 Kilometer pro Tag zurück, um das so genannte Kahlwildrudel (das weibliche Rotwild) zu suchen. Rivalen müssen vertrieben und das Rudel verteidigt werden. Bis zu 25% ihres Körpergewichts können sie in dieser Zeit verlieren. Daher brauchen Wandersleut sich nicht wundern, wenn sie im Herbst auch weniger stattlichen Tieren begegnen.
Nach der Brunftzeit werden die Hirsche wieder „heimlich“, wie es die Jäger ausdrücken. Sie sind dann tagsüber kaum zu sehen, kommen eher nachts aus ihren Verstecken und versuchen, das verlorene Gewicht noch vor dem Winter wieder aufzufüllen.

Wanderungen zur Hirschbrunft im Harz
Im Nationalpark Harz fühlen sich die Hirsche heimisch. Genaue Zahlen zum Rotwildbestand gibt es nicht, denn die Tiere wechseln ihre Reviere und gerade in den Wintermonaten suchen sie sich Orte in tieferen Lagen. Doch mit geschätzt mehr als 1600 Tieren in den Sommermonaten ist hier schon einiges los. Die scheuen Wildtiere können im Nationalpark relativ ungestört durch die Wälder streifen.
Die Nationalpark-Ranger kennen die Reviere der Hirsche und wissen, wo man ihnen am besten in der Brunftzeit begegnen kann. Bei geführten Wanderungen zur Hirschbrunft geht es noch bis 25.09.2026 täglich zum Hörplatz im Rotwildrevier am Sonnenberg bei Sankt Andreasberg.
Treffpunkt ist der Wandertreff Parkplatz am Biathlonstadion in Sonneberg. Von dort geht es um 18 Uhr los auf eine rund dreistündige Exkursion. Die Ranger geben während der Wanderung Einblicke in das Liebesleben der Hirsche. Um möglichst nah an das Schauspiel zu kommen, geht es über eine recht schwierige Strecke in die Bergwildnis. Trittsicherheit ist erforderlich, vor allem auch für den Rückweg im Dunkeln. Entsprechend können Kinder nur nach Rücksprache mit dem Veranstalter mitkommen. Empfohlen wird, ein Sitzkissen, eine Taschenlampe und evtl. Mückenschutz mitzunehmen.
Wer das gewaltige Röhren der Hirsche in der Abenddämmerung einmal ganz nah vernommen hat, wird einmal mehr fasziniert sein vom König der Wälder.
Anmeldung zu den Wanderungen über Tel. 05520 923039 oder hirschbrunft@npharz.de
Waidmannsheil in Braunlage
Wer auf eigene Faust durch die Wälder um Braunlage wandert, kann durchaus auch in den Genuss von röhrenden Hirschen kommen. Denn die paarungswilligen Vierbeiner sind im Herbst recht aktiv. Die besten Hörplätze kennen allerdings die Wanderführer und Ranger.
Waidmannsheil heißt es auch im Restaurant Altes Forsthaus in Braunlage. Im Herbst stehen Wildspezialitäten aus heimischen Wäldern auf der Speisekarte. Hirschbraten, Hirschmedaillons, Wildgulasch und andere wilde Köstlichkeiten werden für unsere Gäste frisch zubereitet. Bei Interesse können Sie einen Tisch reservieren.
Bei einem Herbsturlaub in Braunlage lässt es sich wunderbar entspannen und die Natur erleben. Freuen Sie sich auf erlebnisreiche Tage rund um Hirschbrunft und Pilzsuche im Harz.

Fotos: Marion Kramer


