Ausflugstipp Oberharzer Bergwerksmuseum

Das Oberharzer Bergwerksmuseum ist ist das älteste Technik- und Freilichtmuseum Deutschlands und befindet sich im Stadtzentrum von Clausthal-Zellerfeld. Die Ausstellung lädt ein zu einer interessanten Reise in die Geschichte des Erzabbaus im Oberharz: vom Mittelalter bis 1930, als die Berginspektion Clausthal stillgelegt wurde. In zwei mehr als 300 Jahre alten Bürgerhäusern, einem Freilichtmuseum und ein rekonstruiertes Schaubergwerk wird die Bergbaugeschichte erlebbar.

Das Schachtgebäude des Oberharzer Bergwerksmuseums in Clausthal-Zellerfeld ist Teil des Schaubergwerks.
Schachtgebäude des Schaubergwerks – (c) Tim Schenkel

Untertage im Oberharzer Bergwerksmuseum

Während es im Harz viele originale Bergwerke gibt, die heute als Besucherbergwerk zu besichtigen sind, wurde in Clausthal-Zellerfeld eine Untertageanlage rekonstruiert. Im Schaubergwerk wurde ein Stollen nur wenige Meter unter der Oberfläche mit Originalteilen aus verschiedenen Gruben nachgebaut. Die Anlage vermittelt anschaulich die kompletten Arbeitsabläufe der Bergleute in den vergangenen Jahrhunderten.

Museumsführer in traditioneller Bergmannsuniform führen die Besducher in ca. einer Stunde durch die Ausstellung, über das Freigelände und durch das Schaubergwerk. Sie vermitteln einen interessanten Überblick über die Geschichte des Bergbaus im Oberharz. Die Arbeitsmaterialien und Werkzeuge der Bergleute werden vorgestellt und auch ein Teil einer Fahrkunst in Originalgröße ist ausgstellt. Mit dieser Konstruktion, erfunden 1833 in Clausthal-Zellerfeld, gelangten die Bergleute deutlich schneller und weniger strapaziös in mehrere hundert Meter Tiefe.

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Doch vom Oberharzer Bergwerksmuseum organisiert geht es auch in die originalen Stollen und Wasserläufe des Zellerfelder Reviers. Bei untertägigen Wanderungen werden Bereiche entdeckt, die im Original erhalten geblieben sind. Mit Wathosen, Gummistiefeln, Regenjacken und Helm ausgestattet, werden kleine Gruppen an mehreren Terminen im Jahr in die Untertagewelt entführt. Dies sind besonders authentische Erlebnisse für jeden Bergbaufan.

Bei den Abenteuertouren untertage im Harz gibt es eindrucksvolle Einblicke in die Bergbaugeschichte.
Rosenhöfer Radstube – Teil der Untertagetouren

Harzer Bergbaugeschichte

Über Jahrhunderte hinweg war der Bergbau im Harz die Lebensgrundlage der Menschen. Der kräftezehrende und durchaus auch gefährliche Erzbergbau bestimmte den Alltag der Familien. Ab dem frühen 16. Jahrhundert wurden die Bergfreiheiten ausgerufen. Das waren Sonderrechte, wie zeitweise Steuerbefreiungen, das Braurecht und einiges mehr, die Bergleute in den Harz locken sollten. Über die Zeit entstanden viele Traditionen, die teilweise noch bis heute gelebt werden.

Das Oberharzer Bergwerksmuseum zeigt in 29 Ausstellungsräumen eine umfassende Ausstellung an bergbau- und kulturkundlichen Exponaten. Sowohl die Arbeitsweise und ihr Wandel mit den Werkzeugen der vergangenen Jahrhunderte als auch die Arbeitsbedingungen werden hier thematisiert. Viele Alltagsgegenstände aus der damaligen Zeit geben einen Einblick in die Lebensweise der Bergleute. Das Museum zeigt auch eine der wichtigsten Sammlungen historischer Technikmodelle. Neben Ausstellungsstücken, wie Münzen, Grubenlampen, Werkzeugen, Mooskappen, Arschleder und andere sind auch archäologische Funde zu sehen.

Im Oberharzer Bergwerksmuseum geht es durch einen rekonstruierten Stollen.
Im Schaubergwerk – (c) Jennifer Horscht

Dem berühmten Sohn der Stadt Clausthal-Zellerfeld, dem Nobelpreisträger Robert Koch, ist ebenfalls ein Teil der Ausstellung gewidmet. Er wurde 1843 in Clausthal-Zellerfeld geboren und machte als Mediziner und Mikrobiologe Karriere. Unter anderem entdeckte er den Tuberkulose- und den Cholera-Erreger.

Auf dem Freigelände sind zudem ein Pferdegaipel, eine Radstube, die Erzaufbereitung sowie eine Bergschmiede zu sehen.

Besucherinformation Oberharzer Bergwerksmuseum

Das Museum ist bis auf montags (ausgenommen an Feiertagen) täglich geöffnet. Von April bis Oktober von 10 Uhr bis 17 Uhr, sonst bis 16 Uhr. Heiligabend geschlossen. Museumsführungen werden jeweils um 11 Uhr und um 14 Uhr durchgeführt.

Das Museum ist gleichzeitig Welterbe-Infozentrum. Anhand eines 3D-Landschaftsmodells und einer Videoprojektion wird die Veränderung der Kulturlandschaft im Westharz in den vergangenen 3000 Jahren vermittelt. Zudem wird über alle Teile des UNESCO-Welterbes Erzbergwerk Rammelsberg, Altstadt Goslar und Oberharzer Wasserwirtschaft informiert.

Oberharzer Berwerkmuseum
Bornhardtstr. 16
38678 Clausthal-Zellerfeld
www.oberharzerbergwerksmuseum.de

An der Hängebank wurden einst die Erzkübel in kleine Loren entleert.
Hängebank – (c) Welterbe im Harz / Stefan Sobotta