Wandern im Harz: Wasserwanderwege

Alter Wasserläufer Teich und Schwarzenbacher Teich bei Buntenbock – (c) Harzluchs

Wasserwanderwege im Harz? Oh ja, allerdings etwas anders, als man sie sonst von den großen Flüssen her kennt. Die Harzwasserwerke haben 22 WasserWanderWege über insgesamt 122 Kilometer Länge angelegt. Sie führen durch das UNESCO Weltkulturerbe Oberharzer Wasserwirtschaft, entlang von Gräben und Teichen.

Wasserwirtschaft und Bergbau

Auf den Spuren des Bergbaus führen die WasserWanderWege. Denn die Teiche, Gräben und Wasserläufe im Oberharz wurden künstlich angelegt, als vorindustrielles Energieversorgungssystem. Das Wasser wurde in den Teichen gespeichert, über ausgeklügelte

Oderteich – (c) Harzluchs

Leitsysteme über und unter Tage zu den Gruben geführt, um dort Kehr- oder Kunsträder anzutreiben. Die Kunsträder wurden quasi als Kraftmaschine eingesetzt und trieben unter anderem die Pumpenkunst an, um Wasser aus den Gruben zu pumpen. Kehrräder hingegen können durch zwei gegenläufig angeordnete Schaufelkränze in beide Richtungen drehen. Je nachdem, welcher Schaufelkranz mit Wasser versorgt wurde. Sie waren dazu da, Fördermittel anzutreiben. Durch den Wechsel der Richtungen konnten Tonnen oder Körbe gehoben und gesenkt werden.

Für all das war Wasser notwendig. So wurde bereits vor Jahrhunderten die technische Meisterleistung der Oberharzer Wasserwirtschaft vollbracht.

Dammgraben bei Altenau – (c) Harzluchs

Seit 2010 ist sie eine Ergänzung zum UNESCO Weltkulturerbe Bergwerk Rammelsberg, Altstadt von Goslar und Oberharzer Wasserwirtschaft.

Wasserwandern im Harz

Statt auf dem Wasser zu wandern folgt man im Harz dem Weg des Wassers. 22 WasserWanderWege führen durch den Oberharz und vermitteln anhand von Schautafeln ausgiebiges Wissen über die Bergbaugeschichte des Harzes. Zahlreiche historische Anlagen am Wegesrand sind zu entdecken.

Vielerorts ist schnell vergessen, dass die herrliche Landschaft von Menschenhand geschaffen wurde. Rin

Infotafeln erklären die Geschichte und die Natur des Harzes

gs um Altenau, Clausthal-Zellerfeld, Hahnenklee und Lautenthal wird über diese Wanderwege die Geschichte des Harzes erlebbar.
Zudem führt die Leistung der Bergleute zu eindrucksvollen Landschaften. Der weite Blick über Teichkaskaden, die schmalen Gräben in verwunschenen Wäldern, einsame Teiche inmitten der Berge.

 

Die Wanderwege sind nummeriert und gut ausgeschildert. Ein stilisiertes Kehrrad auf blauem Grund weist den Weg. Zudem gibt es ein Buch „WasserWanderWege“ von Martin Schmidt, das alle Wege im Detail beschreibt. Eine Übersicht aller Wanderwege mit Routenbeschreibung sind unter www.ohwr.de zu finden.

Wer mehr über die Oberharzer Wasserwirtschaft erfahren möchte, der sollte sich bei einer geführten Tour mit einem zertifizierten Welterbe-Guide anschließen.

Am Polsterberger Hubhaus
Beschilderung der Wanderwege